Bel Air (USA) – [–>Ein Leben wie ein Film. Voller Glamour, großer Erfolge und unvergesslicher Momente. Jetzt ist der letzte Vorhang für eine der ganz Großen gefallen: Elke Sommer ist tot, sie wurde 85 Jahre alt. Das deutsche Fräuleinwunder der 60er-Jahre, ist am 28. Oktober um 22 Uhr verstorben, erfährt BILD exklusiv aus ihrem engsten Freundeskreis. Sie starb an Herzinsuffizienz nach langer Bettlägerigkeit in ihrem Zuhause in Bel Air. Am 5. November wäre die Schauspielerin 86 Jahre alt geworden.
„Ein Leben ohne ihren geliebten ‚Papabär’, ihren Ehemann Wolf Walther, der am 22. Juli 2026 im Alter von 77 Jahren verstarb, hatte sie sich nie vorstellen können und seither ging es ihr stetig schlechter. Jetzt konnte Elke ihm endlich folgen“, erzählt der Münchner Fotograf Erwin Schneider BILD. Er kannte Elke Sommer seit Jahrzehnten und wurde heute Nacht über den Tod seiner Freundin informiert.
Elke Sommer soll in Familiengrab beerdigt werden
Elkes Stiefsohn Sebastian Walther hatte seinem Vater am Totenbett versprochen, sich um dessen Frau Elke zu kümmern, was er bis zum Schluss getan hat. Heute Nacht informierte Sebastian Walter die beste Freundin von Elke. Diese rief Erwin Schneider an. Er sagt zu BILD: „Elke ist friedlich gegen 22 Uhr eingeschlafen. Jetzt kann sie bald endlich wieder bei ihrem geliebten Ehemann sein.“
Elke Sommer mit Mann Wolf Walther und Hund Smiley im August 2022
Sebastian Walther, selbst Hotelier wie sein Vater, hatte in Deutschland alle Zelte abgebrochen, um zunächst bei seinem Vater zu sein und danach bei Elke. Er wird jetzt dafür sorgen, dass beide im Tod wieder vereint sind. Ihr letzter Wille war, im Familiengrab in Marloffstein (Bayern) begraben zu werden. Dort liegen bereits ihr Vater, der evangelische Pfarrer Peter Schletz, und ihre Mutter Renate. In Marloffstein hatten Elke und Wolf 1993 geheiratet. Die Überführung der Urnen kann Monate dauern, aber dann haben ihre Fans eine Pilgerstätte.
Elke Sommer wollte Dolmetscherin werden
Elke Sommer kam am 5. November 1940 als Elke Schletz in Berlin zur Welt. Sie war das einzige Kind des evangelischen Pfarrers Peter Schletz und seiner Frau Renate Topp. Mitten im Zweiten Weltkrieg wurde die Familie 1942 ins fränkische Niederndorf bei Erlangen evakuiert, später wuchs Sommer in Erlangen auf. Ein schwerer Einschnitt folgte früh: Mit nur 14 Jahren verlor sie ihren Vater. Eigentlich träumte die sprachbegabte junge Frau nicht von Hollywood, sondern davon, Dolmetscherin zu werden. Während eines Au-pair-Aufenthalts in London ließ sie sich in Fremdsprachen ausbilden und sprach später insgesamt sechs Sprachen.
Elke Sommer als junge Frau in Italien
Vom Badeurlaub nach Hollywood
Ihre Filmkarriere begann beinahe wie eine Hollywood-Geschichte: Bei einem Italien-Urlaub wurde Elke Sommer 1958 im Badeort Viareggio zur „Miss Viareggio“ gewählt. Fotos der jungen Elke machten die Runde und weckten die Aufmerksamkeit des italienischen Filmregisseurs Vittorio De Sica, der sie nach Rom holte. Schon bald stand sie vor der Kamera. 1959 nahm sie der Berliner Filmproduzent Artur Brauner unter Vertrag. In „Das Totenschiff“ spielte sie an der Seite von Horst Buchholz. Es folgten weitere Rollen in Deutschland, ehe ihr Anfang der 60er-Jahre gelang, wovon damals viele deutsche Schauspielerinnen nur träumen konnten: der Sprung nach Hollywood.
In „Der Preis“ spielte sie 1963 an der Seite von Paul Newman
Dort spielte Elke Sommer mit einigen der größten Stars ihrer Zeit. In „Der Preis“ stand sie 1963 neben Paul Newman (†83) und Edward G. Robinson (†79) vor der Kamera und wurde dafür 1964 mit einem Golden Globe als beste Nachwuchsdarstellerin ausgezeichnet. Einer ihrer bekanntesten Filme wurde „Ein Schuss im Dunkeln“ mit Peter Sellers (†54), heute ein Klassiker der „Pink Panther“-Reihe. In den 60er-Jahren gehörte sie damit zu den wenigen deutschen Schauspielerinnen, die es tatsächlich zum Hollywood-Star schafften. Insgesamt kam sie im Laufe ihrer Karriere auf rund 100 Film- und Fernsehauftritte und machte sich daneben auch als Sängerin, Theaterdarstellerin und Malerin einen Namen.
1967: Elke Sommer in dem Krimifilm „Heiße Katzen“
Vor drei Monaten starb Ehemann Wolf Walther
Doch hinter all dem Glanz stand eine Frau, die zuletzt schwere Monate durchleben musste. Erst im Juli starb ihr geliebter Ehemann Wolf Walther nach langer Krebserkrankung. Die beiden waren seit 1989 ein Paar und heirateten im August 1993. Für beide war es die zweite Ehe. Gemeinsame Kinder hatten sie nicht. Mehr als drei Jahrzehnte gingen Elke Sommer und Wolf Walther als Ehepaar durchs Leben, lange pendelten sie zwischen Marloffstein bei Erlangen und Los Angeles. 2025 verlegten sie ihren Lebensmittelpunkt endgültig in die USA, weil Wolf Walther schwer an Krebs erkrankt war und dort behandelt wurde. Am 22. Juli 2026 starb er im Alter von 77 Jahren im Kreis seiner Familie. Für Elke Sommer war der Verlust ein schwerer Schlag. Nach seinem Tod sagte sie: „Mein Herz ist gebrochen.“
Nun ist auch Elke Sommer gegangen. Was bleibt, sind ihre Filme, ihre Bilder, ihr Lachen und die Erinnerung an eine Frau, die es von Deutschland bis ganz nach oben in Hollywood schaffte. Eine Schauspielerin mit Glamour und Größe. Und ein Star, dessen Leuchten weit über die Leinwand hinausreichte.